Heilpraxis für ganzheitliche Sexualtherapie, Paarberatung und Psychotherapie, Fortbildung in Sexologie und Sexualberatung, Supervision
in Hamburg Ottensen
Susanna-Sitari Rescio, Heilpraktikerin für Psychotherapie

Die „Sexuelle Persönlichkeit“ – Fakten & Fragen für Dich!

Die sexuelle Persönlichkeit ist eine Gesamtheit von Erlebens- und Verhaltensweisen, die das komplexe Phänomen menschlicher Sexualität und die Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen ausmachen.

Im Laufe meiner Arbeit habe ich einige Aspekte herausgefiltert, die mir besonders prägnant erscheinen und die ausschlaggebend in jeder Beziehung sind. Wohlgemerkt, all diese Aspekte und Ausprägungen sind gleichwertig, es gibt nämlich keine absolute Norm. Ob jemand lieber Nudel als Pizza isst, heißt nicht, dass der Nudel-Liebhaber besser ist als der Pizza-Fan oder andersrum!

Aspekten, die die sexuelle Persönlichkeit ausmachen

Aber nun zu den wichtigsten Aspekten, die die sexuelle Persönlichkeit eines Menschen ausmachen und formen. Diese lassen sich als Antworten auf folgende Fragen ausmachen.

Wo kommst Du her? Welche sexuelle Geschichte hast Du bisher gehabt?

Bei dieser Frage erfährst Du, wie Dich das Leben bisher geformt hat. Sex ist unter anderem ein Lernprozess, d.h. jede Erfahrung, jede Begegnung hat Dir etwas beigebracht, was nun Teil Deiner sexuellen Persönlichkeit geworden ist. Finde heraus, was Deine persönlichen Highlights gewesen sind.

Welche ,Aufträge‘, Glaubenssätze, Idealisierungen hast Du ungefragt von Deiner Familie und Deinem Freundes-Kreis übernommen?

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, ob das, was Du über Sex denkst und weisst, wirklich so ist, oder eventuell nur etwas, woran Du ,glaubst‘, weil alle anderen um Dich herum es auch so tun? Finde heraus, welche Gedanken um das Thema Sex, sich wie unbestrittene Wahrheiten anhören und schau wie Du dazu stehst. Oft sind es einfach nur Mythen oder überhöhte Idealisierungen, die keinen wirklichen Bezug zur Realität haben, wie z.B. ,Ein Mann kann immer‘ oder ,Wenn man sich wirklich liebt, dann wird der Sex auch perfekt sein‘.

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, ob das, was Du über Sex denkst und weisst, wirklich so ist, oder eventuell nur etwas, woran Du ,glaubst‘, weil alle anderen um Dich herum es auch so tun?

Warum möchtest Du Sex haben? Welche Bedürfnisse verbindest Du damit? Was erhoffst Du Dir aus dem Sex?

Experten haben ca. 240 Gründe herausgefunden, weshalb Menschen Sex haben möchten. Warum willst Du Sex haben? Suchst Du emotionale Nähe und Geborgenheit oder eher Druckabbau, Lust und Erregung? Möchtest Du ein Kind kriegen oder Dein Taschengeld verbessern? Suchst Du Bestätigung oder willst Du Macht ausüben?

Wie ,tanzt‘ Du Deinen Sex? In anderen Worten: Wie hast Du gelernt, Deinen Körper beim Sex einzusetzen? Welche Erregungsmodus hast Du entwickelt?

Jeder Mensch erlernt im Laufe seiner sexuellen Entwicklung den sogenannten Erregungsmodus, d.h. eine Art und Weise sich zu berühren, um die Erregung zu steigern und möglichst eine Entladung zu erreichen. Einige dieser ,Modi‘ sind ,Partner-kompatibler‘ als andere und ermöglichen mehr Genuss und gegenseitige Befriedigung. Welchen Modus hast Du? Baust Du sehr viel Spannung auf und brauchst viel Druck und Konzentration? Oder sind es rasche, mechanische Berührungen an einer bestimmten Stelle, die Deine Erregung steigen lassen? Vielleicht bewegst Du Dich ganz geschmeidig, Dein Becken spielt lustvoll mit und der ganze Körper fühlt sich wohlig erregt? Egal was für ein Modus Du hast, denk daran, dass zu zweit ein gemeinsamer Tanz entstehen sollte. Es könnte also von Vorteil sein, den eigenen Erregungsmodus zu erweitern, sodass man sich mit dem Partner besser versteht und zusammen zu mehr Genuss kommt!

Egal was für ein Modus Du hast, denk daran, dass zu zweit ein gemeinsamer Tanz entstehen sollte. Es könnte also von Vorteil sein, den eigenen Erregungsmodus zu erweitern, sodass man sich mit dem Partner besser versteht und zusammen zu mehr Genuss kommt!

Auf welche Anziehungscodes reagierst Du? Bist Du eher emotional oder genital polarisiert? Was sind überhaupt Anziehungscodes?

Anziehungscodes sind Eigenschaften beim Gegenüber, welche beim Betrachter Erregung auszulösen vermögen. Einige unter uns werden hauptsächlich von Aspekten angezogen, die unsere emotionalen Bedürfnisse nach Nähe und Bindung zu erfüllen versprechen. Ihre Erregung ist ein Echo dieser Bedürfnisse. Andere nehmen andere Signale wahr, die unmittelbarere genitale Bedürfnisse ansprechen, sodass ihre Erregung direkt ausgelöst wird. Beide verspüren Lust auf sein Gegenüber, nur der Zugang zur Lust ist ein anderer. Wie bist Du gepolt?

Was für ein Bindungsverhalten hast Du? Gehören für Dich Sex und Liebe zusammen? Oder betrachtest du sie eher getrennt?

Dieser Aspekt ist relativ komplex aber kurz gesagt kann es so erklärt werden: Suchst und findest Du beim Sex eher emotionale Nähe, Geborgenheit und Verliebtheit oder sind Erregung, Entladung und Lust Deine Hauptmotivation, Sex haben zu wollen?

Welches erotisches Know-How steht Dir zur Verfügung? Welches möchtest Du Dir noch aneignen?

In der bunten Welt der Sexualität gibt es nichts, was es nicht gibt. Was macht Dein Repertoire aus? Was hast Du bisher gelernt? Bist Du gut beim Küssen? Oder ein*e Berührungsexpert*in? Ist Verführung Dein größtes Talent? Oder bist Du besonders einfühlsam oder experimentierfreudig?

Welche verborgenen sexuellen Wünsche möchtest Du noch erfüllen? Und welche können im Raum der Fantasie bleiben?

Heute ist in unserer westlichen Welt so gut wie alles möglich und erlaubt. Für jeden Geschmack, für jede sexuelle Neigung finden sich Partner und Orte, um diese auszuleben. In welcher Richtung möchtest Du etwas neues für Dich erfahren? Gibt es etwas, das Du unbedingt erleben möchtest?

Welche erotische Spielvarianten bevorzugst Du? Welche weniger? Für welche könntest Du Dich erwärmen lassen?

Einige schwärmen für den Slow-Sex, andere für BDSM, Tantra oder Swinger-Klub. Was bist Du für ein sexuelles Wesen, was spricht Dich an, was weniger oder auf gar keinen Fall?

Fazit

Nun hast Du einige Aspekte Deiner sexuellen Persönlichkeit herausgefunden, die Dich bis heute geprägt haben. Andere können dazu kommen, je nachdem in welche Richtung Deine Reise geht. Wenn Du eine*n Partner*in hast, kannst Du ihr/ihm die gleichen Fragen stellen oder Du kannst sie/ihn an ihrer/seiner Stelle beantworten, indem Du Dich in sie/ihn hineinversetzt in. Am Schluss hast Du eine Einsicht in Eure mehr oder weniger ähnliche sexuelle Persönlichkeit. Wo sind die Gemeinsamkeiten, wo die Differenzen?

Dabei darf nicht vergessen werden: Keine Persönlichkeit ist besser als die andere! Man muss nur lernen damit umzugehen und akzeptieren, dass unser Gegenüber – und wir auch – eine eigene ,sexuelle‘ Persönlichkeit haben, die wir nicht einfach auf Knopfdruck ändern können- auch nicht aus Liebe.

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