Heilpraxis für ganzheitliche Sexualtherapie, Paarberatung und Psychotherapie, Fortbildung in Sexologie und Sexualberatung, Supervision
in Hamburg Ottensen
Susanna-Sitari Rescio, Heilpraktikerin für Psychotherapie

OnlineBeratung

„Man sollte im Leben nie die gleiche Dummheit zwei Mal machen, denn die Auswahl ist so groß“ (Bertrand Russel)

FAQ

? Was bedeutet Embodiment?

! Jeder Mensch weiß, dass Stimmungen und Gefühle Einfluss auf den Körper haben und im oder am Körper „sichtbar“ werden. Unsere Sprache ist voll von entsprechenden anschaulichen Redewendungen: etwas schlägt uns auf den Magen, es läuft uns kalt den Rücken runter, wir fühlen uns bedrückt oder  niedergeschlagen; jemand trägt den Kopf hoch; ein anderer wirft sich in die Brust; wieder einer fühlt sich beschwingt und wie auf Wolken.  All dies sind Bilder dafür, wie sich der Körper fühlt, weil da bestimmte Gefühle sind.

Wie wäre es, diesen Prozess einmal andersherum zu denken: vielleicht  bin ich niedergeschlagen und kraftlos, weil ich körperlich zusammengesackt sitze? Genervt, weil ich die Stirn runzle oder fröhlich, weil ich beschwingt laufe?

Embodiment ist eine Theorie, die beschreibt, wie alles, was unter „Körpergeschehen“ aufgefasst werden kann und all das, was sich in der Psyche abspielt, in einem engen Zusammenhang steht und sich gegenseitig bedingt.

Body- und Facial-Feedback sind Prozesse der Rückmeldung des Körpers an die Psyche, von denen sie beeinflusst wird.

Auf den Punkt gebracht: was wir mit unserem Körper machen und wie wir ihn „bewohnen“ - unsere Körperhaltung, unser Gang, unsere Mimik – beeinflusst unmittelbar sowohl unsere Stimmung, als auch unser Durchhaltevermögen bei anspruchsvollen Aufgaben, sowohl unsere Wahrnehmung der Umwelt als auch unsere Kreativität und Lebendigkeit.

Inzwischen belegen zahlreiche wissenschaftliche Experimente dieses Phänomen.
Die gute Nachricht: über unseren Körper haben wir Einfluss darauf, wie wir uns fühlen.

(Mehr Informationen zum Thema Embodiment finden sich in dem gleichnamigen Buch von Storch, Cantieni, Hüther und Tschacher)



?Was bedeutet Achtsamkeit in der Sexualität? Woran kann man erkennen, das Sexualität achtsam ist?

Achtsamkeit in der Sexualität heißt bewußte Sexualität.

Achtsame Sexualität kann die ganze Palette an Gefühlen und Intensitäten in einem fließenden Kontinuum zeigen: sie kann zart, langsam, sanft und leise wie ein Schmetterling, oder aber wild, kraftvoll, laut und stürmisch wie eine starke Brandung sein.

Achtsame Sexualität heißt nicht zwingend lieb und nett zu sein und bedeutet auch nicht langsamen "Kuschel-Sex" mit wenig - sog. kühler - Erregung und am besten noch ohne Höhepunkt zu praktizieren.

Um Achtsamkeit in der Sexualität zu praktizieren, werde ich mir erst einmal bewußt darüber, wer ich bin, was ich will und was mir gut tut. Meist bedarf es eine Zeitlang einer gewisse „Entschleunigung“, um im Kontakt zu sich selbst, zu den eigenen Bedürfnissen zu kommen, und entsprechend die Baustellen ausfindig zu machen, die uns daran hindern, Intensität, Spontaneität, Genuß und Befriedigung zu erlangen. Oft wird hier etwas verwechselt: ich werde mir meiner Grenzen bewußt und ziehe daraus den Schluss, diese dann zu verteidigen. Klar, das gehört dazu. Aber sinnvoll - und achtsam -  ist es in meinen Augen genauso, sich zu hinterfragen, ob man diese Grenzen wirklich braucht oder ob diese das Erbe irgendwelcher Glaubenssätze sind, die wir nicht mehr benötigen.

Achtsamkeit in der Sexualität bedeutet somit eine Reise durch die Landschaft der eigenen sexuellen Persönlichkeit auf der Suche nach all dem, was daran hindert, das eigene Potenzial zu leben.

Es können körperliche Gewohnheiten sein, die das sinnlich-erotische Potenzial begrenzen, aber auch Kognitionen und Ideale sowie überhöhte Erwartungen an sich selbst und an dem Partner. Meist ist es auch eine allgemeine Verunsicherung, ein Gefühl der Unzulänglichkeit, Scham, Angst oder eine emotionale Zurückhaltung, die die sexuelle Kommunikation verhindert.  Ebenso können Probleme auf der Beziehungsebene die sexuelle Erfüllung einschränken, wenn sie ungelöst und unausgesprochen bleiben. Gerade diese versteckten Konflikte unterminieren oft die sexuelle Verbindung zwischen den Partnern.

Achtsame Sexualität kann alle Spielarten des erotischen Büffets umfassen. Es geht dabei nämlich nicht so sehr darum, was man tut dabei, als vielmehr wie. Und darüber bestimmen eine innere Qualität und die Haltung der Präsenz.

 

? Was ist eine "gesunde" Sexualität?  

! An dieser Stelle kann ich nur die Definition der WHO (World Health Organisation - Die Weltgesundheitsorganisation - http://www.euro.who.int wiedergeben:

"Sexuelle Gesundheit ist untrennbar mit Gesundheit insgesamt, mit Wohlbefinden und Lebensqualität verbunden.

Sie ist ein Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen.

Sexuelle Gesundheit setzt eine positive und respektvolle Haltung zu Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus sowie die Möglichkeit, angenehme und sichere sexuelle Erfahrungen zu machen, und zwar frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt. Sexuelle Gesundheit lässt sich nur erlangen und erhalten, wenn die sexuellen Rechte aller Menschen geachtet, geschützt und erfüllt werden.

Es bleibt noch viel zu tun um sicherzustellen, dass Gesundheitspolitik und -praxis dies anerkennen und widerspiegeln".

 

? Ich möchte im Bereich Sexuallberatung tätig werden. Wo kann man Sexualberatung bzw. Sexologie lernen?

Im SoHam Institut wird ein Curriculum Sexualberatung (Ausbildung Sexologie und Sexualberatung in 4 Blöcken + optionalen Embodimente Kurse und Supervision)  angeboten. Mehr Infos hier: http://www.soham.de/fortbildung.

Es ist ausserdem möglich, ein berufsbegleitendes Masterstudium in klinischer Sexologie an der Hochschule Merseburg/Berlin zu absolvieren. Der nächste Studiengang beginnt voraussichtlich April 2018. Mehr Infos hier: https://www.hs-merseburg.de/smk/studiengaenge/berufsbegleitender-masterstudiengang-sexologie-ma/

 

? Was passiert beim Erstgespräch?

! Beim ersten Gespräch in meiner Praxis geht es darum, in einem persönlichen und geschützten Rahmen Ihr Thema in Ruhe anzusprechen. Dabei helfen Fragen meinerseits, das Problem genauer umzuschreiben. Zusammen werden wir ein „Projekt“ bzw. ein „Ziel“ für eine gemeinsame Arbeit formulieren.
Die erste Stunde ist wichtig, um herauszufinden, ob Sie sich bei mir und mit meinem therapeutischen Ansatz wohl fühlen. Ich informiere Sie diesbezüglich ausführlich und stehe Ihnen für Ihre Fragen zur Verfügung.
Ich habe oft erlebt, daß meine Klienten sich schon nach der ersten Stunde erleichtert gefühlt haben und zuversichtlicher wurden.

 

? Wie läuft eine sexualtherapeutische Sitzung ab?

! In der Regel beginnt die Sitzung mit einem Gespräch über das gemeinsame Projekt. Dabei werden die verschiedenen Aspekte angesprochen und evtl. „Hausaufgaben“ formuliert und ausgewertet. Im zweiten Teil werden oft und je nach Thema körperorientierte Übungen zur Steigerung der Selbstwahrnehmung und Emotionsregulierung angeleitet.

 

? Wie lange dauert eine Therapie?

! Unterschiedlich. Die erste Stunde dient dem gegenseitigen Kennenlernen und der Formulierung des Projektes. Die folgenden zwei/drei Sitzungen sind i.d.R.  einer „Reise“ durch die “Landschaft” der eigenen sog. „sexuelle Persönlichkeit“ gewidmet. Dadurch wird klarer und bewußter, welche Ressourcen und Fertigkeiten bereits zur Verfügung stehen und auch wo die “Baustellen” sind, die intensivere Aufmerksamkeit benötigen. In diesen ersten Sitzungen erhalten Sie auch schon die ersten Anleitungen zur Selbsterfahrung zu Hause sowie die ersten Achtsamkeitsübungen in der Praxis.
In den weiteren Sitzungen konzentrieren wir uns ganz auf ihr individuelles “Projekt”, sowohl mit Übungen und Gespräch in der Praxis als auch in Form von Hausaufgaben. Hier braucht es zwischen 5 und 10 Stunden, um die Fortschritte, die oft bereits in den ersten Sitzungen sichtbar und spürbar werden, zu etablieren und zu konsolidieren.

 

? Übernimmt die Kasse die Kosten?

! Paarberatung und Paartherapie gelten für die gesetzlichen sowie die privaten Krankenkassen nicht  als “erstattungsfähige Leistungen”. Beim Vorhandensein anderer Symptome (depressive Stimmung, Angststörung, Streß-und Burn-out-Syndrom etc.) ist es u.U. möglich, eine Psychotherapie durchzuführen. In diesem Fall erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob sie die Kosten einer Psychotherapie, die von einer Heilpraktikerin für Psychotherapie durchgeführt wird, erstatten würde. In jedem Fall müssen die Sitzungen in meiner Praxis erst einmal direkt vom Klienten bezahlt werden. Nach Vorlage der Rechnung können Sie dann je nach vertraglichen Bedingungen mit Ihrer Kasse eine Erstattung bekommen. 

 

? Was soll ich beachten?

Zwei Bitten meinerseits: 

Wir sind eine kleine Praxis und es gibt kein abgetrenntes Wartezimmer.  Kommen Sie deshalb bitte möglichst nicht zu früh. Wir versuchen zu vermeiden, daß unsere Klienten sich begegnen. Bei ganz schlechtem Wetter brauchen Sie aber natürlich nicht draußen zu stehen! 

Sollten Sie zu einem vereinbarten Termin verhindert sein, bitte ich Sie, mir dies so früh wie möglich mitzuteilen. Bei Absagen später als drei volle Arbeitstage vor dem Termin (Samstag ist kein Arbeitstag) – gleich aus welchen Gründen, auch bei Krankheit, beruflichen Gründen oder Baby-Sitter-Ausfall – berechne ich die Sitzung in voller Höhe, da ich den für Sie reservierten Termin in der Regel so kurzfristig nicht neu besetzen kann. Wenn der Termin anderweitig besetzt werden kann oder wir noch in der gleichen Woche einen neuen finden, entfällt das  Ausfallhonorar.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

 

? Was heißt Körperarbeit? Muß ich mich dafür ausziehen?

Körperarbeit beinhaltet von mir angeleitete Übungen zur Selbstwahrnehmung, z.B. des Atems oder der Muskelspannung, sowie der Haltung des Körpers im Raum u.ä.. Die verbesserte Wahrnehmung des Körpers und seiner „Sprache“ ist der erste Schritt zur Lösung vieler funktioneller Störungen der Sexualität auf körperlicher Ebene. Bei den Übungen in meiner Praxis bleiben Sie bekleidet.

 

? Was ist eine Online-Beratung? Wie geht es vor sich?

Einigen Menschen fällt es leichter über die eigenen Themen zu schreiben, als sie im Gespräch zu formulieren. Schließlich geht es bei Sexualität um etwas sehr Intimes, das in Ruhe formuliert werden möchte. In der Online-Beratung erhalten Sie auf Ihre schriftlich formulierten Fragen und Gedanken meine Antwort per E-Mail. So entstehen die ersten Impulse, die Sie weiterführen können.
Meine Antwort wird sich so präzise und umfassend, wie es auf diesem Wege möglich, ist mit Ihren Themen/Fragen auseinandersetzen, beginnend mit einer Länge von ca. einer A4-Seite.
Dafür berechne ich 60.- Euro, die im Voraus zu zahlen sind.

Ich biete darüber hinaus für alle jene, die zu weit entfernt wohnen, um nach Hamburg zu kommen,  die Möglichkeit an, Beratung über Skype (oder Telefon) in Anspruch zu nehmen. Setzten Sie sich dafür gerne mit mir in Kontakt!

 

? Ich habe Erektionsstörungen, können Sie mir helfen?

! Zu sogenannten ,Erektionsstörungen‘ kommt es in unterschiedlichem Ausmaß bei vielen – sowohl  jungen wie älteren – Männern. Allerdings leiden nicht alle Männer, die dies von sich annehmen,  auch tatsächlich an einer ,Erektionsstörung‘ im engen Sinne des Wortes. Hinter einer angenommenen Erektionsstörung können sich andere Symptome verstecken, wie z.B. Lustlosigkeit oder Konflikte in der Partnerschaft. In solchen Fällen ist es eigentlich ,gesund‘ und normal, wenn der Körper so reagiert und diese Probleme sollten zuerst behandelt werden.

Mein Lehrtherapeut sagte einmal: „Die Frage ist nicht, ob ein Mann eine Erektionsstörung bekommt, sondern wann“. Damit brachte er zum Ausdruck, daß ein „natürliches“ Nachlassen der Erektionsfähigkeit einfach zum Leben gehört: neben Alter, Gesundheit, allgemeiner Lebenssituation und persönlicher Geschichte, spielen Mythen und Glaubenssätze ( Bsp. „Ein Mann kann immer!“) im Bezug auf die männliche Sexualität sowie Partnerschaft und Erregungsmodus bei dieser Symptomatik eine Rolle.

Eine Sexualberatung kann helfen, die Sprache dieses „Symptoms“ besser zu verstehen und dadurch einen Veränderungsprozeß anzustossen, der die Erektionsfähigkeit unterstützt.

 

„Es“ kommt zu früh... Ich möchte es ändern!

Eine Sexualtherapie kann Sie in diesem Anliegen unterstützen. Das ,früh kommen‘ ist an und für sich kein Mangel. Wenn man bedenkt, daß eine Funktion der Sexualität die Fortpflanzung ist, wissen wir, daß dafür 30/40 Sekunden Geschlechtsverkehr ausreichen.

Der Mensch hat allerdings entdeckt, daß die Reise zwischen Erregung und Orgasmus interessant und spannend sein kann und daraus das, was ich gerne die ,erotische Kunst‘ nenne, entwickelt. Das heißt, die Gestaltung der allmählichen Steigerung der Erregung von ihren ersten Anzeichen bis an die Schwelle zum Höhepunkt.

Diese Kunst ist erlernbar! Durch entsprechende Übungen, Körperwahrnehmung und die Auseinandersetzung mit inneren Einstellungen und Glaubenssätzen können Sie lernen, die ,Welle zu reiten‘.

  

? Ich habe Schmerzen beim Sex, der Arzt kann mir nicht helfen, können Sie es tun?

! Ja! Schmerzen beim Sex, die ohne organischen Ursachen auftreten, haben fast immer damit zu tun, auf welche Art und Weise wir körperlich mit sexueller Erregung umgehen (der sog. ‚Erregungsmodus’; ein erlerntes Verhalten).  Dabei kommt es vor, daß sich der Körper bei Steigerung der Erregung stark verspannt. Die Verspannung betrifft auch die „sexuelle“ Muskulatur (den Beckenboden), so daß dieser Bereich schlechter durchblutet, weniger feucht und entsprechend verletzlicher und anfälliger für Bakterien und Viren wird.

Eine körperorientierte Sexualtherapie (wie SexoCorporel) gibt gezielte Anleitungen zur Erweiterung der eigenen Erregungsmodalität und unterstützt eine Erregungssteigerung, bei der der Körper sich nicht mehr verspannen muß. Damit wird das Problem der Schmerz-Entstehung an der Wurzel behandelt!

 

Ich kann keinen Sex haben, ich bin zu eng!

! Wenn Sie noch nie Sex (mit Penetration) erleben konnten, bzw. nach einer Zeit, in der es geklappt hat, nicht mehr können, leiden Sie möglicherweise am sog. ‚Scheidenkrampf’ bzw. ‚Vaginismus’.

Es handelt sich hier in den allermeisten Fällen um eine muskuläre Verkrampfung des Beckenbodens, der den Eingang der Scheide soweit einengt, daß nicht einmal ein Finger oder Tampon eingeführt werden kann.

Der Beckenboden ist eine Muskelschicht, die wir in der frühen Kindheit beim ‚Töpfchentraining’ bewußt zu steuern lernen, was wir von da bei Bedarf halb automatisch tun. Doch kann sich der Beckenboden weiterhin auch unwillkürlich anspannen – z.B. bei Angst.

Und das ist es dann auch, was beim Sex im Fall eines Scheidenkrampfes meistens passiert: Angst, die durch Erziehungsfehler oder befremdliche Erzählungen von Freundinnen oder aus unangenehmen  früheren Erfahrungen entstanden ist oder aber auf der vagen Befürchtung, im Inneren könne etwas kaputt gehen u.ä. beruht, kann dazu führen, daß der Beckenboden unwillkürlich verkrampft und das Eindringen des Partners verhindert.

Bei wiederholten Versuchen gerät die Frau in einen Teufelskreis aus ‚Erwartungsangst’ (Angst vor der Angst), Streß und Druck, der die Situation nur noch schlimmer macht. 

Die gute Nachricht: die Kontrolle des Beckenbodens kann wieder erlernt werden! Eine sexualtherapeutische Behandlung dieser Problematik sieht – zusammengefasst – etwa wie folgt aus:

- Evaluation und Einschätzung der bisher gemachten sexuellen Erfahrungen. Kognitive Auseinandersetzung mit dem Thema.

- Achtsamkeitstraining in der Praxis und für Zuhause, um die Wahrnehmung des eigenen Körpers zu stärken: Atemwahrnehmung, Bewegungssequenzen, Muskel(ent)spannungsübungen u.ä. 

- De- und Resensibilisierungs-Übungen für Zuhause, um den eigenen Körper und das Genital besser kennenzulernen.

Um diese Therapie durchzuführen, ist nicht notwendig mit dem Partner zu kommen. 

 

Mein/e Partner/in sagt, ich sei „sex-süchtig“ ... ist es so? Was ist das?

! Um die Diagnose Sex-Sucht bzw. Porno-Sucht zu stellen, müssen verschiedene Symptome vorliegen (Siehe Fragebogen weiter unten). Porno-süchtiges Verhalten ist heute zunehmend verbreitet. Viele Klienten meiner Praxis sind davon betroffen.

Porno-süchtiges Verhalten kann mit der Zeit sexuelle - und auch andere - Probleme hervorrufen, die meist weder von Ärzten noch von Psychotherapeuten in Zusammenhang mit der übertriebenen Nutzung von Online-Sex gebracht werden, aber durchaus damit zusammenhängen.

Es geht hier speziell um sexuelle Funktionsstörungen wie zum Beispiel:

 

  • Erregungs- und Potenzstörungen im Zusammensein mit dem Partner
  • Lustlosigkeit 
  • Frühzeitige Ejakulation (zu früh kommen) bzw. Anaejakulation (beim Sex nicht entladen können)

 

Sowie aber auch allgemeine Symptome, wie Schlaf-,  Angststörungen und Depressivität.

Fatal daran ist, daß Menschen, die davon betroffen sind, in eine Art Teufelskreis geraten.  Sie müssen immer mehr Pornographie mit immer härteren Bildern und immer häufiger wechselnden Szenarien konsumieren, um ihr Verlangen danach befriedigen zu können. Oft sogar mit Bildern, die gar nicht den eigenen Werten und Vorstellungen sowie sexuellen Neigungen entsprechen: wie z.B. SM/Fetisch/Homosexuelle Inhalte u.a.m..

Häufig stellt pornosüchtiges Verhalten einen (unbewußten) verzweifelter Versuch, die eigene Erregbarkeit und Potenz unter Beweis zu stellen – nicht ahnend, daß dadurch das Problem nur noch verstärkt wird. Den das spezifische Verlangen nach den pornografischen Reizen und der schnellen und ‚unkomplizierten’ Befriedigung nimmt nicht etwa ab, sondern verstärkt sich ständig.

Eine adäquate Sexualtherapie kann betroffene Menschen unterstützen, sich aus diesem Teufelskreis zu befreien und den eigenen Körper, insbesondere das Genital, für partnerschaftliche sexuelle Begegnungen zu resensibilisieren.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie bereits in ein pornosüchtiges Verhalten hineingerutscht sind, beantworten Sie die nachfolgenden Fragen. Ist Ihre Antwort bei mehr als zwei Fragen ein ‚JA’  sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie möglicherweise etwas ändern möchten: 

 

  1. Hat sich Ihr/e Partner/in je über Ihr sexuelles Verhalten beschwert?
  2. Haben Sie Schwierigkeit, Ihr sexuelles Verhalten aufzugeben, auch wenn Sie wissen, daß es Ihrer Beziehung schadet?
  3. Haben Sie bereits versucht, dieses Verhalten zu ändern und sind gescheitert?
  4. Verstecken Sie dieses sexuelles Verhalten vor anderen, bzw. schämen Sie sich dafür?
  5. Brauchen Sie zunehmend stärkere bzw. immer wieder neue sexuell stimulierende Bilder, oder entwickeln Sie Neigungen, die nicht zu Ihren Werten und Selbstbildern passen, um das gleiche Erregungsniveau zu erreichen?
  6. Bringen Sie sich in finanzielle Schwierigkeiten, weil Sie verhältnismäßig zu viel Geld für pornographisches Material ausgeben?
  7. Vernachläßigen Sie Ihre Hobbies, Familie, Freunde bzw. sind Sie bei Ihrer Arbeit erwischt worden, wie Sie pornographisches Material angeschaut haben?
  8. Haben Sie Schwierigkeit, erregt zu werden bzw. zum Höhepunkt zu kommen, wenn Sie Sex mit Ihrem/r Partner/in haben?
  9. Greifen Sie auf pornographisches Material zurück, wenn Sie Langeweile oder Streß haben, frustriert oder enttäuscht sind, Sorgen haben, Sie sich einsam fühlen?

Das Thema der Sex-Sucht beschränkt sich nicht nur auf den übertriebenen Konsum pornographischer Inhalte, sondern gilt generell für die Nutzung verschiedenster Dienstleistungen der sog. „Sex-Industrie“ wie Prostitution in jeder Ausprägung, Sex-Kinos, Telefon-Sex, Sex-Chat usw. Den oberen Fragebogen können Sie dem entsprechend adaptieren.

Sex-Sucht bzw. Porno-Sucht kann mit einer Sexualtherapie behandelt werden.

 

Ich habe noch nie Sex gehabt... Kann mir eine Sexualberatung helfen?

! Ja! Für Menschen, die noch kein sexuellen Erfahrung mit einem Partner gemacht haben (sog. ‚Absolute Beginners’) kann es sehr hilfreich sein, sich durch eine Sexualberatung, Anregungen und Impulse zu holen und in einem einen geschützten Raum in Anspruch zu nehmen, in dem über ein Thema, das sehr schambesetzt ist, respektvoll und doch direkt und unterstützend gesprochen werden kann.

 

? Ich komme nicht richtig... ich habe noch nie einen Orgasmus beim Sex gehabt? Kann ich das ändern?

! Die Antwort ist ja. Es braucht allerdings Geduld und die Bereitschaft, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.Viele Frauen haben Schwierigkeiten, beim Sex nicht zum Höhepunkt zu kommen, und dafür gibt es verschiedene Ursachen:

1. körperliche Ursachen

Der Orgasmus ist die Fähigkeit, sich körperlich durch verschiedene Stimulierungen des Geschlechts so weit erregen zu können, daß sich genug sexuelle ‚Ladung’ aufgebaut wird, um sich im Höhepunkt entladen zu können. Das ist eine Fähigkeit, die jede Frau für sich erlernen kann. Der Partner ist nicht ursächlich dafür verantwortlich, wenn eine Frau nicht kommen kann. Es ist vielmehr  so, daß es verschiedene Art und Weisen gibt, wie man zum Höhepunkt kommen kann. Einige davon sind in der Autoerotik sehr effizient sind und führen schnell und sicher zum Ziel, sind aber nicht so "partner-kompatibel". Der Körper hat möglicherweise gelernt nur auf diese Art der Stimulation mit Erregung zu reagieren. Beim Sex mit dem Partner wird es dann schwierig, weil genau diese Art und Weise der Erregungssteigerung mit dem Partner nicht immer möglich ist, vor allem beim Geschlechtsverkehr selbst. Wir sprechen hier von dem sog. Erregungsmodus, den jeder Mensch im Laufe seiner Entwicklung in der Autoerotik entwickelt. Da dieser erlernt ist, ist er auch veränderbar und kann so erweitert werden, daß er "partner-kompatibel" wird. Eine körperorientierte Sexualberatung kann an dieser Stelle die notwendigen Anleitung bieten.

2. mentale Ursachen

Sehr oft verhindern bestimmte Glaubenssätze, innere Verbote und idealisierte Vorstellungen über Sexualität, daß wir uns entspannen und loslassen können. Zum Bespiel Gedanken wie: "Als Frau darf ich keine Lust zeigen" oder "Als Frau bin ich nur für die Lust des Mannes da" sind sicherlich Überzeugungen, die nicht förderlich für eine entspannte und lustvolle Sexualität sind. Eine Auseinandersetzung mit diesen inneren "Programmierungen" und eine entsprechende Infragestellung solcher Glaubenssätze, hilft das Ziel zu erreichen.

3. emotionale Ursachen

Der Orgasmus hat neben eine körperliche auch eine emotionale Erlebnis-Komponente: wie fühle ich mich in meiner Haut als Frau, wie geht es mir, wenn ich sexuell aktiv werde, fühle ich mich wohl, oder tauchen eher Gefühle von Scham und Schuld, Unsicherheit und Unzulänglichkeit auf? Solche Gefühlszustände können regelrecht jede sexuelle Regung blockieren, so daß letzen Endes der Sex auch nicht wirklich Spaß machen kann. Die Stärkung der eigenen sexuellen Persönlichkeit hilft an dieser Stelle, sich im eigenen Körper wohler zu fühlen, so daß es möglich wird, sich beim Sex ganz, also bis zum Höhepunkt fallen zu lassen. – Übrigens, die Unfähigkeit beim Sex zum Höhepunkt zu kommen, ist auf Dauer eine der Hauptursachen für die Lustlosigkeit der Frau. Kein Wunder! Wenn der Sex immer wieder frustrierend ist, weil er keine wohlige und satte Entspannung beschert, kann frau kein wirkliches Verlangen danach entwickeln. Die gute Nachricht ist: Die sexuelle Persönlichkeit läßt sich mit ein wenig Nachhilfe stärken...

4. partnerschaftliche Ursachen

Selbstverständlich spielt die aktuelle Beziehung auch eine Rolle. Der Orgasmus ist u.a. auch eine Art Zeichen, daß die Beziehung stimmig ist, daß man sich wohl fühlt mit dem Partner, daß es keine grundsätzlichen Differenzen gibt... Wie sieht es gerade aus in meiner Beziehung, habe ich Vertrauen in diesem Partner, fühle ich mich von ihm gesehen, gehalten, respektiert? Liebe ich ihn selbst genug? Kann ich Liebe und Sex unter einen Hut bringen und mit ein und demselben  Menschen teilen? Entspricht mein Partner meiner sexuellen Anziehungscodes oder habe ich ihn gewählt, weil er ein guter Partner und der richtige Vater meiner Kinder ist? Diese und viele andere Aspekte sollten betrachtet werden, um zu verstehen, warum der "Körper" die vollkommene Hingabe verweigert.