Heilpraxis für ganzheitliche Sexualtherapie, Paarberatung und Psychotherapie
Fortbildung in Sexologie und Sexualberatung, Supervision
Hamburg
Susanna-Sitari Rescio, Sexologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

 

Wie geht man mit einem Mann um, der beim Sex sehr nervös ist?

Nervosität kann beim Sex ein grosses Problem werden: Wenn man nervös ist, verspannt sich der Körper. Diese Verspannung in der Muskulatur verhindert eine gute Durchblutung. Da Erregung - rein physiologisch gesehen - mit verstärkter Durchblutung im Genital zu tun hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim Mann die Erektion nachlässt oder sie sich gar nicht erst entwickelt relativ gross.

Was kann man tun, wenn es so ist?


Besonders für den Mann, dessen Erregungs=Erektionsgrad unmittelbar sichtbar ist, ist es besonders wichtig folgendes zu tun:

Die Atmung ist wichtig. Vor allem auszuatmen hilft es, die Spannung und die Nervosität zu reduzieren. Ein Paar Atemzüge lang immer wieder sich auf die Ausatmung zu fokussieren, kann Wunder wirken.

Sich Zeit lassen. Die Partnerin verwöhnen kann zunächst den Fokus von sich und der eigenen Erregung ablenken. Dabei jedoch nicht den Fehler machen, die eigene Lust aus den Augen zu verlieren. Also etwas zu tun, wovon Sie wissen, dass es für Sie besonders erregend ist, ist an dieser Stelle ganz wichtig! Auch wenn Sie die Partnerin verwöhnen, versuchen Sie dabei etwas für die eigene Erregung zu tun. 

Es muss auch nicht immer Geschlechtsverkehr sein. Gerade das erste Mal - oder die ersten Male - aber auch später, muss nicht immer das ganze Programm sein. Auch Männer können und wollen nicht immer, und das ist in Ordnung. Es gibt auch für Männer genug Gründe nicht zu können (oder zu wollen), die ihre Potenz keineswegs in Frage stellen: Müdigkeit, Sorgen, zu viel Alkohol oder aber aber auch ungelöste/unausgesprochene Themen in der Beziehung können sich auf die Erektionsfähigkeit des Mannes negativ auswirken. Dies wiederum macht unsicher und nervös und auf diese Weise installiert sich ein Teufelskreis der Nervosität. Aber auch Frauen sollten in solchen Fällen etwas entspannter bleiben und nicht gleich das Ganze auf sich beziehen und es als Affront zu sehen oder als mangelnde Attraktivität zu interpretieren. 

 

Darf ich meinen Freund darauf ansprechen, wie viel Erfahrung er im Bett er hat? Spielt das eine Rolle?


Erfahrung ist nicht gleich Erfahrung. Es kommt sehr darauf an, wie dieser Mensch seine Erfahrungen gemacht hat. Also es ist nicht allein die Menge, sondern viel wichtiger ist die Qualität der Erfahrungen, die ein Mensch gemacht hat. Also könnte es z.B. sein, dass ein Mann nur mit einer Frau Sex gehabt hat, diesen aber experimentell und kreativ, entspannt, wild und liebevoll erlebt hat, so dass der Sex mit einer einzigen Frau ihm viel mehr Expertise bringt, als ein Mann der sexuelle Erlebnisse mit mehreren Frauen gehabt hat, diese aber immer nach dem gleichen Schema stattgefunden haben. Das Gleiche gilt selbstredend auf für Frauen!

 

Wie weise ich ihn sanft an, ohne wie eine Oberlehrerin zu wirken?


Vielleicht hilft es an dieser Stelle weniger zu reden als einfach sanft aber klar etwas zu tun oder nicht zu tun. Also, nicht viel reden, sondern weiterhin liebevoll zugewandt bleiben. Etwas ablenken, also nicht gleich versuchen ihn auf jeden Kost entspannen oder erregen zu wollen, sondern im Körperkontakt bleiben und vielleicht etwas streicheln oder eine kleine Massage anbieten. Selber entspannt bleiben ist jedoch das wichtigste, weil Entspanntheit ohne Worte ansteckend wirkt.

 

Schüchtert es Männer ein, wenn die Frau erfahrener ist?


Leider ja, jedenfalls in den meisten Fällen. Also, vielleicht lieber etwas abwarten bevor ,Frau‘ alle ihre ,Special Effects‘ zeigt. Trotz Gleichberechtigung und Emanzipation bleibt dieser Bereich immer noch etwas heikel. Also, nichts verschweigen aber auch nicht alles gleich ausplaudern. Ein Gentleman geniesst und schweigt. Eine Gentlewoman ebenso!